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Ortsteil Graditz
Dienstleistungsname: Ortsteil Graditz

Beschreibung:
Ortsteil von Torgau seit 1994, ein kleiner Ort am rechten Ufer der Elbe, seit 1630 geprägt von der Pferdezucht. -  Die Ersterwähnung des Ortes fällt in das Jahr 1004. In einer Urkunde vom 13. November bestätigte König Heinrich II. dem Johanniskloster zu Magdeburg die Schenkung seines Vorgängers Otto I., bestehend in dem Honigzehnten in der slawischen Provinz Nizizi und deren Burgen.
Graditz (damals 8 Hufen groß) im Jahre 1240 vom Kloster Dobrilugk aus dem Besitz der Herren von Pack gekauft. Später wurde Graditz in ein Klostervorwerk umgewandelt. Unter den Klosterhöfen an der Elbe nahm Graditz (um 1370) die erste Stelle ein. Der "Ackerhof Graditz" und die anderen Höfe, die mit ihm verbunden waren, gewährten dem Kloster einen starken wirtschaftlichen Rückenhalt.
Die Gründung des Gestütes fällt in das Jahr 1630.
1686 erfolgte die Erweiterung der Zuchtstätte durch Hinzunahme des Gestütsvorwerkes Repitz sowie Einführung der Vollblutzucht im Graditzer Gestüt.
 
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam August der Starke und rief eine Erweiterung der Stutterey Graditz ins Leben.
Im Jahre 1722 wurde das Graditzer Schloß und Teehaus errichtet und es folgten verschiedene Gestütsbauten. Als Baumeister erscheint kein anderer als Daniel Matthäus Pöppelmann, der durch den Bau des Dresdener Zwingers bekannt ist. (Im Pöppelmannsaal des Schlosses sind heut übrigens auch Eheschließungen möglich. Infos dazu erhalten Sie im Standesamt der Stadt Torgau.)
 
1815 wurde Graditz preußisch und aus der Kurfürstlichen Sächsischen Stutterey Graditz wurde das Königlich-preußische Hauptgestüt Graditz. Erstmals im Jahre 1816 wurde das Graditzer Brandzeichen eingesetzt.
Im Jahre 1866 übernahm der Königliche Oberlandstallmeister Graf Georg von Lehndorff die Verwaltung des Graditzer Gestütes. Mit der Übertragung der Gestütsleitung an Lehndorff beginnt die eigentliche Glanzperiode der hiesigen Pferdezucht.

Er erhielt die Aufgabe, Graditz zu einem reinen Vollblutgestüt umzugestalten, was er auch vollbrachte. Ihm sind auch die heutigen ausgedehnten  Parkanlagen zu verdanken.  Ebenfalls durch ihn wurde das Gestüt/bzw. der gesamte Ort, durch den Bau verschiedener Stallungen und den Bau von Wohnhäusern für die Gestütsmitarbeiter, vergrößert. Er war es auch, der den Graditzer Rennfarben (schwarz-weiß gestreift) auf nationaler und Internationaler Ebene zu einem hochgeschätzten Ruf verhalf.
 
Durch die zwei Weltkriege wurde Graditz mit seinem Gestüt stark in Mitleidenschaft gezogen, doch schaffte es immer wieder, sich zu erholen. Nach Kriegsende 1945 fanden im Graditzer Schloß die Feierlichkeiten von Russen und Amerikanern statt und die Reparatur der Gebäude und Stallungen wurde in Angriff genommen. Die Wiederaufnahme der Graditzer Pferdezucht erfolgte im Jahr 1949.
In die Graditzer Gestütsherde wurde 1970 die  Vollblutzucht des Gestüte Neustadt/Dosse  integriert und 1980 wurde die staatliche Trakehnerzucht ausgegliedert.
Im Jahre 1992 erfolgte die konzeptionelle Neuordnung der Gestütsstrukturen. Das Hauptgestüt Graditz wurde wieder in die Hoheit des Freistaates Sachsen zurückgeführt.

Zu einem wahren Besuchermagnet haben sich die alljährlich stattfindende Gestüts- und Fohlenschau und auch die Veranstaltung "Pferde und Musik" entwickelt.  
 
Die Angliederung des Ortes als Ortsteil an die Stadt Torgau erfolgte im Jahr 1994.
Mit seinen ca. 250 Einwohnern besitzt Graditz typischen Dorfcharakter. Man kennt sich und ist zu einem kleinen Gespräch unter Nachbarn gern bereit. Einen großen Teil des Ortes nimmt das Gestüt Graditz ein.
Dagegen nehmen sich weitere nennenswerte Einrichtungen in Graditz eher spärlich aus. Genannt seien an dieser Stelle u.a. der gemütliche Gasthof Graditz  und das bereits weit über Torgaus Grenzen bekannte Hundehotel Graditz.