Chronik Stadt Torgau
Chronik in der Übersicht

Sie interessieren sich für eine der schönsten Renaissancestädte in Deutschland, die im 16. Jahrhundert das politische Zentrum in Sachsen und der Reformation war. Möglicherweise ist Ihnen Torgau auch aus der jüngeren Geschichte durch die historische Begegnung von 1945 zwischen amerikanischen und sowjetischen Soldaten als Symbol des nahen Kriegsendes bekannt

Vom einfachen Marktort zur Residenz der Landesherren

 973 

Torgau (torgov) wird erstmals urkundlich erwähnt, Name stammt aus dem altslawischen und bedeutet soviel wie Marktort

 1119 

Erste urkundliche Erwähnung der den Elbübergang sichernden Burg, im gleichen Jahr kam Torgau in den Besitz der Markgrafen von Meißen

 1267 

Torgau ist erstmals als Stadt bezeugt

 1425 

Erwähnung eines Bärenfanges im Burggraben

 1442 

Erster großer Stadtbrand

 1482 

Zweiter großer Stadtbrand

 1483/1484 

Zur Versorgung des kursächsischen Hofes mit Fisch wurde der Große Teich angelegt

 1485 

Mit der "Leipziger Teilung" wurde Sachsen unter die Brüder Ernst und Albrecht aufgeteilt. Torgau wurde bis Mitte des 16. Jahrhunderts kursächsische Hauptresidenz der ernestinischen Linie der Wettiner und erlebte eine politische, wirtschaftliche und kulturelle Hoch-Zeit. Bedeutende Persönlichkeiten wie Martin Luther, der Kirchenmusiker Johann Walter, Lucas Cranach d. Ä., der Arzt und Naturforscher Johann Kentmann und später Heinrich Schütz und Martin Opitz wirkten hier. 


Die Reformation - Blütezeit der Wissenschaft, Kunst und Kultur

 1482-1623 

Errichtung des mächtigen, vierflügligen Bauwerks " Schloss Hartenfels " am Westufer der Elbe mit folgendem zeitlichen Bauablauf:

 1482 

Bau des Flügels D (Albrechtsbau)

 1533-1536 

Bau des Flügels C (Johann-Friedrich-Bau) mit dem Großen Wendelstein

 1544 

Fertigstellung des Flügels B mit Schlosskapelle und Schönem Erker

 1616 

Bau des Flügels A (Ein fünfter Flügel entstand dann später 1791)

 1514 

Kurfürst Friedrich III., der Weise, verlieh der Stadt das noch heute gültige Wappen und erteilte die Berechtigung, in rotem Wachs zu siegeln. Galt gegenüber anderen Städten insofern als Vorzug, da man im allgemeinen in gelbem Wachs siegelte.

 1523 

Flucht der 12 Nonnen, unter ihnen Katharina von Bora, aus dem Kloster Nimbschen bei Grimma

 1525 

Klosterturm am Aschermittwoch

 1526 

Torgauer Bund

 1560 

Luther, Melanchthon, Jonas und Bugenhagen verfassten die "Torgauer Artikel", als Grundlage zweiten Teil des Augsburger Bekenntnisses

Zeit der Kriege und Konflikte

1547 

Kurfürst Johann Friedrich unterlag Kaiser Karl V. in der Schlacht bei Mühlberg, und verlor die Kurwürde und u.a. Torgau an seinem Vetter Moritz, der in Dresden residierte

1552 

Katharina Luther, geb. von Bora, starb in Torgau (Grabstein in der Marienkirche)

1563-1579 

Bau des Renaissance-Rathauses nebst schönem Runderker auf dem ehemaligen Friedhof der Nikolaikirche

1627 

Aufführung der ersten deutschen Oper "Daphne" von Heinrich Schütz im Schloss Hartenfels

1711 

Zar Peter der I. von Rußland feierte im Schloss Hartenfels die Hochzeit seines Sohnes und traf sich während seines Torgauaufenthaltes mit dem Gelehrten Leibniz

 1760 

Schlacht bei Torgau auf den Süptitzer Höhen

Zeit des Militärs - Franzosen und Preußen in Torgau

 1811 

Auf Betreiben Napoleons Beginn des Ausbaus der Stadt zur Festung

 1815 

Nach dem Wiener Kongress fiel Torgau an Preußen

 1863 

Torgau erhielt die erste Gasanstalt

 1872 

Anschluss an das Eisenbahnnetz

 1889 

Entfestigung der Stadt

 1894 

Bau des Hafens

Das 20. Jahrhundert - Historische Begegnung an der Elbe

 1900 Friedrich Partuschke baute ein Brauhaus in der Naundorfer Straße
 1903 Bau des Wasserturms
 1906 Gründung der Landmaschinenbaufirma Stoll
 1907 Bau einer Marmeladenfabrik, später Stahlwerk und ab 1926 Steingutwerk Villeroy & Boch
 1911 Bau des ersten Elektrizitätswerkes
 1926 Bau der Glashütte
 1939 Die alten Festungsanlagen "Brückenkopf" und "Fort Zinna" wurden von der Deutschen Wehrmacht als Gefängnis genutzt
 1943 Das Reichskriegsgericht wurde von Berlin nach Torgau verlegt
 1945 Begegnung an der Elbe: Am 25. April 1945 trafen sowjetische und amerikanische Vorausverbände an der Elbe bei Torgau zusammen. Der historische Händedruck wurde zu einem Symbol des Friedens.
 1945 Die sowjetische Geheimpolizei NKWD richtete im Fort Zinna das Speziallager Nr. 8 ein. Im März 1946 wurde das Lager in die benachbarte Seydlitzkaserne verlegt.
 1946 Einrichtung des sowjetischen Speziallagers Nr. 10 im Fort Zinna.
 1950 Fort Zinna wurde DDR-Gefängnis.
 1953 Im ehemaligen Schlossgraben entstand wieder ein Bärenfreigehege
 1973 1000-Jahr-Feier und Beginn einer umfassenden Altstadtsanierung
 1982 Übergabe der Brücke über die Bahn in der Warschauer Straße
 1983 Begräbnis von Joe Polowsky, (ehemaliger amerikanischer Soldat ) auf dem Torgauer Friedhof
 1988 Vereinbarung der Städtepartnerschaft mit der baden-württembergischen Stadt Sindelfingen

Torgau heute - historisch und modern

 1990 Torgau wurde wieder eine sächsische Stadt
 1994 450 Jahre Schlosskirche mit der Einweihung der neuen Vierorgel
 1996 Tag der Sachsen in Torgau
 1996 Jahr der Lutherehrung, 450. Todestag des Reformators
 1998 1025 - Jahrfeier
 1999 500. Geburtstag der Katharina von Bora
 2002 Auch Torgau hatte mit dem Elbehochwasser im August 2002 zu kämpfen. Durch den unermüdlichen Einsatz der Torgauer Bürger und unzähliger Helfer konnte aber die Stadt vor eine Überflutung bewahrt werden
 2004 2. Sächsische Landesausstellung in Torgau " Glaube und Macht - Sachsen im Europa der Reformation"
 2005 250. Geburtstages am 10. April 2005 von Friedrich Christian Samuel Hahnemann - dem Begründer der Klassischen Homöopathie



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