Vom einfachen Marktort zur Residenz der Landesherren
Vom einfachen Marktort zur Residenz der Landesherren

Der Name Torgau stammt aus dem Altslawischen. In dieser Sprache bedeutet "Torgov" soviel wie Marktort.
An einer alten Handelsstrasse, begünstigt durch eine Furth über die Elbe, entwickelte sich eine rege Handelstätigkeit.
Die erste urkundliche Erwähnung des Namen Torgove erfolgte im Jahr 973.
 
Unter Heinrich I. entstand im 10.Jahrhundert die Mark Meißen. Die Ostgrenze des Reiches wurde von einer Reihe von Burgen gesichert, zu denen auch die Burg Torgau gehörte. Eine immer größere Bedeutung gewann Torgau durch seine Lage am westlichen Hochufer der Elbe und an einer Elbefurth und wurde dadurch zu einem wichtigen Anlaufpunkt für den Fernhandel. Im Bereich der heutigen Altstadt entstand eine feste Kaufmannssiedlung.
Zu einem raschen wirtschaftlichen Aufschwung kam es besonders im 12. und 13. Jahrhundert. Die ersten Stadtprivilegien für Torgau sind in der Mitte des 13. Jahrhunderts nachweisbar. Nach Übernahme der Markgrafschaft Meißen durch die Wettiner gehörte Torgau Jahrhunderte lang zu deren Herrschaftsbereich. Ab 1423 hielten sich die Landesherren immer häufiger in Torgau auf. Das politische Zentrum der ernestinischen Linie der Wettiner wurde Torgau nach der Teilung Sachsen im Jahre 1485. Die Stadt wurde bevorzugte Residenz der Kurfürsten Friedrich des Weisen, Johann des Beständigen und Johann Friedrich des Grossmütigen. Handel und Handwerk, Kunst und Kultur erblühten. 
 
Das mittelalterliche Stadtbild Torgaus zerstörten 1442 und 1482 zwei verheerende Brände. In der Folge entstand die heutige Altstadt, so z.B. der von 1561 - 1565 erbaute Rathauskomplex mit der Nikolaikirche. Ebenfalls in dieser Zeit entstanden die stolzen Patrizierhäuser. Die Nikolaikirche war der Ausgangspunkt der städtischen Reformation. 1519 wurde die erste Taufe in deutscher Sprache abgehalten. 1520 fand die erste evangelische Predigt statt.
           
Fotos: Stadtarchiv


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