1759 - Belagerung und Beschuss von Torgau
Zeit der Kriege und Konflikte

Verhängnisvoll sollte für Torgau der schwelende Konflikt zwischen den protestantischen Fürsten des Schmalkaldischen Bundes und den katholischen Reichsständen unter Führung Kaiser Karls V. werden. Mit der Gefangennahme des Kurfürsten Johann Friedrich endete die Schlacht bei Mühlberg 1547 mit einer Niederlage des protestantischen Lagers. Den in Dresden regierenden Albertinern wurde die Kurwürde übertragen und Torgau verlor seine Residenzfunktion. Nun wurde Dresden die ständige Residenzstadt Sachsens.
Daphne (Dafne), die erste deutschsprachige Oper überhaupt wurde 1627 im Torgauer Schloss Hartenfels uraufgeführt.
Diese Aufführung sollte das wohl letzte ganz große Ereignis vor dem Niedergang der Stadt und des Schlosses im Dreißigjährigen Krieg sein.
Der damalige Hofkapellmeister am sächsischem Hof, Heinrich Schütz, komponierte diese Oper für die Hochzeit einer Tochter des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen. Die nach einem Libretto von Martin Opitz entstandene Musik ist heute leider verlorengegangen. 
 
 
 Im alten Kanzleigebäude trafen am 26. Oktober 1711 der große deutsche Gelehrte G. W. Leibniz und der russische Zar Peter I. zusammen. Der Zar weilte anlässlich der Hochzeit seines Sohnes Alexey mit einer Prinzessin aus dem Hause Braunschweig-Wolfenbüttel in Torgau und hatte in der alten Kanzlei Quartier bezogen. Leibniz wollte Peter I. dafür begeistern, nach dem Vorbild der Londoner und Pariser Akademien neben Berlin, Wien auch in Petersburg eine Akademie der Wissenschaften zu errichten.
Leibniz` Vorstellungen wurden vom Zaren begeistert aufgenommen.
In den folgenden Jahrhunderten hinterließen vor allem militärische Aktionen, in welche Torgau immer wieder verwickelt wurde, ihre Spuren.
Der verheerende Dreißigjährige Krieg führte zum Ende der wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit. Die Stadt, das Schloss und die Elbbrücke wurden zerstört.
 
 
Der Pest fielen zahlreiche Einwohner zum Opfer. Der Bevölkerungsverlust dieser Jahre wird mit 75 % beziffert. Um 1640 wird Torgau als völlig verödeter Ort bezeichnet.
Auch der siebenjährige Krieg (1756 bis 1763) und seine Folgen wirkten sich verheerend auf die Stadt aus. Der wichtige Elbübergang erweckte das besondere Interesse Friedrich des Großen. In der Schlacht auf den Süptitzer Höhen konnte die preußische Armee einen Sieg über die österreichisch-kaiserliche Armee erringen. Innerhalb von sieben Stunden fielen 32000 Soldaten. Torgaus Bürgern wurden hohen Steuern, umfangreiche Naturallieferungen und eine Besatzung auferlegt. Am Ende des Krieges waren die Stadt und ihre Bürger ruiniert.


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