Zeit des Militärs - Franzosen und Preußen in Torgau

Ein halbes Jahrhundert nach dem Siebenjährigen Krieg wurde Torgau aufgrund seiner strategischen Lage erneut Stätte des Krieges und des Schreckens. Auf Verlangen Napoleons wurde Torgau zu einer fast uneinnehmbaren Festung ausgebaut. 
Vorstädte, Teile der Stadtmauer und Stadttore wurden abgerissen. An ihrer Stelle entstand ein Festungsgürtel, Lünetten, Schanzen und Forts. Nach der Niederlage der französischen Armee 1813 brach in der Festung auf Grund der starken Besatzung und der vielen Kranken und Verletzten der Typhus aus. Mindestens 20000 Tote wurden in Massengräbern beigesetzt.

Festung Torgau


1-Historische Altstadt                  2-Brückenkopf                   3-Fort Zinna

 
Im Jahre 1815 fiel Torgau an Preußen und war nun Grenzfestung gegenüber Sachsen. Die Festung wurde weiter ausgebaut und die Festungsanlagen sind bis heute größtenteils erhalten. Torgau wurde preußische Militär- und Beamtenstadt. Durch die Ausrichtung auf Militär und Beamtentum nahm Torgau nicht an der Industrialisierung teil. Zeugnisse aus dieser Zeit sind heute noch der Brückenkopf auf dem östlichen Elbufer, Fort Zinna und das Glacis. Einst Vorfeld der Befestigungsanlagen umschließt das Glacis heute als Stadtpark den alten Festungsbereich.
Erst nach Gründung des Kaiserreiches 1871 verlor Torgau seine militärstrategische Bedeutung. Nach der Jahrhundertwende siedelten sich langsam Industriebetriebe an.


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