Katharina-Luther-Stube
Katharina-Luther-Stube

In Torgau, dem politischen Zentrum der Reformation, kreuzten sich vielfach die Lebenswege der Familie Luther mit denen bedeutender Torgauer Bürger. So war die Stadt die erste Station für die 24-jährige Katharina von Bora nach ihrer Klosterflucht auf der Reise in ein bürgerliches Leben. Sie war zugleich auch ihre letzte Station, denn die Witwe Martin Luthers verstarb am 20. Dezember 1552 im Haus der heutigen Katharinenstraße 11.

Die einzigartige Ausstellung zu Katharina Luther zeigt seltene zeitgenössische Erstdrucke und Münzen, Gegenstände der Alltagskultur sowie Zeugnisse künstlerischer Auseinandersetzung mit jener Frau, über die heute so viel wie nie zuvor gesprochen wird.

Katharina-Luther-Stube
Katharinenstraße 11, 04860 Torgau / Elbe

Tel.: 03421 / 908043 (715445)
Derzeit ist die Katharina-Luther-Stube nur auf Anfrage mit Führung geöffnet und erst ab April wieder regulär Dienstag bis Sonntag. Infos dazu im Stadt- und Kulturgeschichtliches Museum Torgau, Tel. 03421-70336.
 
Die Inhalte der Ausstellung gliedern sich nach folgenden Lebensabschnitten der Frau Martin Luthers:

Katharina von BoraKatharinas Kindheit, Jugend, Klosterleben
Zisterzienserinnenkloster Nimbschen als Torgauer Gründung · Leonhard Köppe, der Torgauer Ratsherr und Kaufmann, der die Flucht ermöglichte

Katharinas Weg mit Luther

Eheschließung · Kinder · Tod der Tochter Magdalene

Katharinas Witwenjahre
Fluchten aus Wittenberg · Tod in Torgau


Die Ausstellung bietet übersichtliche Darstellungen genauso wie weitergehende Informationen zum Nachlesen und Betrachten. Mit einer Bibliothek und einem Leseplatz mit Wendebuch sind Möglichkeiten zur intensiven Auseinandersetzung mit Katharina Luther und ihrer Zeit gegeben.
Im Mittelpunkt der Ausstellung befindet sich eine figürliche Darstellung (Bronzeporträt) von Katharina Luther von der Künstlerin Irmeltraut Appel-Bregler aus Karlsruhe. Sie zeigt uns Katharina als janusgesichtige "Frau Käthe Luther und Herr Käthe Luther".

Weiter verfügt die Ausstellung über eine Sammlung sehenswerter Kupferstiche und Lithografien mit der Darstellung von Luthers Frau aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie über die vermutlich erste wissenschaftliche Dissertation über Katharina Luther aus dem Jahre 1710. Zu sehen sind außerdem Erstausgaben mit Schriften von Luther und Melanchthon, darunter das"tauff buchlin", verdeutscht durch Martin Luther, Wuitteinberg, M.D. XXIII und der gedruckte Brief Luthers aus dem Jahre 1523 "ursach vnd anttwortt. das jungkfrawe(n). kloster. gotlich. v(er)lassen muge(n).

Nachruf
... genannt, geboren in dem Meißner Land, aus einem alten edelen Stamm, wie solch mein Ahnherrn zeigen an. Als ich aufwuchs , zu Jahren kam, der Tugend mich tät´nehmen an, und jedermann betöret war, vom Papst und seiner Mönche Lehr und hoch erhoben der Nonnen Stand, ward ich ins Kloster Nimbschen gesandt. Mein Ehr und Amt hatt ich in Acht, rief zu Gott, betete Tag und Nacht für die Wohlfahrt der Christenheit. Gott mich erhört und erfreut, Doktor Luther, den kühnen Held, dem ich im keuschen Eh´stand mein gebar drei Söhn und Töchterlein. 
Im Witwenstand lebt ich sieben Jahr, nachdem mein Herr gestorben war. Zu Torgau, in der schönen Stadt, man meinen Leib begraben hat, bis Gottes Posaunen tun ergehn und alle Menschen heißen auferstehen; alsdann will ich mit meinem Herrn Gott ewig loben, rühmen, ehr´n und mit der auserwählten Schar in Freuden leben immerdar."
Philipp Melanchthon Nachruf auf Katharina Luther

Anlaufpunkt im Rathaus ist der Bereich Kultur/Tourismus.
 


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