Renaissancegarten als LaGa-Projekt

Übergabe des historischen Gartens an den Förderverein


Am 19. November wurde der historische Kräuter- und Apothekergarten an der Torgauer Stadtmauer zur Pflege an den Förderverein der Landesgartenschau Torgau übergeben. „Der Garten verkörpert auf einzigartige Weise die Verbindung von Natur, Mensch und Geschichte – das Motto der Torgauer Landesgartenschau-Bewerbung," so Dr. Volkmar Harzer, Vorsitzender des Fördervereins. Der Garten wurde im 16. Jahrhundert durch den Apotheker Joachim Kreich zu einem bedeutsamen botanischen Garten ausgebaut, der auch dem Torgauer Mediziner und Naturforscher Johann Kentmann für seine Studien zur Verfügung stand. Auf dieser Grundlage entwarf Kentmann sein berühmtes „Kreutterbuch", reich illustriert durch den Künstler David Redtel. Die Vorlagen der Pflanzen stammten übe-wiegend aus dem Torgauer Apotheker-garten. Fortgeführt und erhalten wurde der Garten durch die Apothekerfamilie Moser. Mit der Verwüstung der Anlage im dreißigjährigen Krieg endete zunächst die Nutzung. Ein neuer Apothekergarten mit Ummauerung entstand an selber Stelle im 17. Jahrhundert, ein Gartenhaus wurde im 18. Jahrhundert ergänzt und im 19. Jahrhundert verändert. Die Fassade zeigt klassizistische Formen, in seinem Inneren ist ein barocker Kamin erhalten. Dr. Hansjochen Hancke ließ den Bereich ab 1993 wieder als Renaissancegarten anlegen und das Gartenhaus restaurieren. Er und seine Frau hegten und pflegten viele Jahre das unter Denkmalschutz stehende Kleinod. Der Garten befindet sich in städtischem Besitz, seine Nutzung und Pflege geht nun über an den Förderverein der Landesgartenschau Torgau. Bei der Vertragsunterzeichnung wünschte Dr. Hancke dem Förderverein „viel Glück für dieses Paradies in der grünen Renaissancestadt." Oberbürgermeisterin Romina Barth bedankte sich bei Herrn und Frau Hancke „für die jahrelange liebevolle Pflege. Besonders hervorzuheben ist auch das fachliche und materielle Engagement bei der Restaurierung des Gartenhauses. Und ich freue mich sehr, dass wir den Garten auch beim Förderverein der LaGa in guten Händen wissen."Der Renaissancegarten soll im Rahmen der Landesgartenschau 2022 öffentlich zugänglich gemacht werden. Der ehemalige Apothekergarten der Torgauer Mohrenapotheke ist ein bedeutendes Zeugnis für die Geschichte der Arznei- und Apothekergärten, die in der Entwicklung der Gartenkunst eine wichtige Rolle spielten, aber nur selten erhalten sind.



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