Schloss Hartenfels

Schloss Hartenfels gehört zu den Hauptleistungen deutscher Frührenaissancebaukunst. Das Schloss ist das größte unter den vollständig erhaltenen Schlössern der Frührenaissance in Deutschland.

Der Bau der vierflügeligen Anlage entstand zwischen 1482 und 1623 zunächst unter Leitung von Konrad Pflüger, einem Schüler Arnold´s von Westfalen. Er schuf den spätgotischen Albrechtsbau als Wohnbau im Flügel D.
Der prächtige Westflügel des Johann-Friedrich-Baus (Flügel C) mit dem Großen Wendelstein wurde 1533 – 36 durch den Hofbaumeister Conrad Krebs im Auftrag des Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen als Fest- und Repräsentationsbau geschaffen. 
 
WendeltreppeDie spindellose freitragende Treppenanlage des Großen Wendelsteins ist in ihrer künstlerischen und statischen Form einmalig und gehört zu den Denkmalen der Weltarchitektur. Die Innenausmalung der Räume erfolgte durch Lucas Cranach d.Ä. Ab 1540 übernahmen Andreas Günter bzw. Nickel Gromann den Fortgang der Bauarbeiten am neuen Flügel B einschließlich der Schlosskirche. 1623 vollendete Baumeister Hans Steger die Schlossanlage mit dem Neubau des Eingangsflügels A.
Schloss Hartenfels wird nach der Leipziger Teilung des sächsischen Kurfürstenhauses ab 1485 Hauptresidenz der Ernestinischen Linie der Wettiner.
 
 
Wendelstein (Kulisse im DEFA-Märchenfilm "Dornrößchen")
Friedrich der Weise, Johann der Beständige und Johann Friedrich der Grossmütige lenkten die Geschicke Sachsens und hatten großen Einfluss auf den Fortgang und die Verbreitung der Reformation in Deutschland. Ihrem Einfluss verdankt Torgau seinen Ruf als politisches Zentrum der Reformation. Am Ende des Schmalkaldischen Krieges und der Schlacht bei Mühlberg/Elbe musste der in Torgau residierende Kurfürst die Kürwürde an den in Dresden ansässigen Albertiner Moritz von Sachsen abtreten. Das Schloss verlor damit allmählich an Bedeutung. Doch noch oft fanden Landtage, Jagdtreffen, höfische Feste oder Familienfeiern der Wettiner statt.
In dieser Form war der Wendelstein Kulisse im 1970 entstandenen DEFA-Märchenfilm "Dornröschen"
 
1627 wurde die erste deutschsprachige Oper „Daphne" von Heinrich Schütz im großen Komödiensaal des Schlosses uraufgeführt. 1636 stand das Schloss unter schwedischem Beschuss und wurde anschließend geplündert. Das Schloss wurde in der Folgezeit Lazarett, Arbeits-, Waisen- und Irrenhaus, Kaserne und Landgericht.
Schöner Erker
Heute erstrahlt Schloss Hartenfels wieder in seinem alten Glanz und beherbergt u. a. das Landratsamt des Kreises Torgau-Oschatz und im Flügel D, dem Albrechtsbau, Ausstellungsräume. Dort wurde u.a. im Jahr 2004  die 2. Sächsische Landesausstellung  präsentiert.
Ein Besuch im Schloss Hartenfels lohnt zu jeder Jahreszeit.
In den historischen Gewölben, dem Lapidarium unter der Schlosskirche und in der ehemaligen „Unteren Hofstube” werden über 80 herausragende originale Zeugnisse der Bildhauer- und Steinmetzkunst des Schlosses präsentiert. Höhepunkt der sandsteinernen Bildwerke ist die Wappengalerie des weltberühmten Wendelsteins. 
 
Haupteingang zum Schloss

 
Von der Höhe des Hausmannsturmes wird „Schlossarchitektur von oben" zu einem einzigartigen Erlebnis. Um den Aufstieg für den Besucher interessant zu gestalten, befinden sich auf den Zwischenebenen Ausstellungen.
Der Blick über die historische Altstadt und die weite Elblandschaft belohnen den stufenreichen Aufstieg.

 
 
Braunbär im TorgauerSchlossgrabenUntrennbar mit der Geschichte des Schlosses verbunden, sind die Torgauer Bären. Schon 1425 wurde der erste Bärenfang am Schloss erwähnt. Bis zu 30 Tiere wurden zeitweise im Bärengraben gezählt, bis diese Tradition im 18. Jahrhundert durch die Schlacht bei Torgau unterbrochen wurde.
Erst in den 50iger Jahren wurde der Bärengraben durch Torgauer Bürger in etwa 5.000 freiwilligen Arbeitsstunden wieder aufgebaut, und auch heute erfreuen die Bären sowohl die Torgauer als auch ihre Gäste.
 


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