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Johann-Walter-Medaille 2026 wurde verliehen

Preis würdigt herausregende Persönlichkeiten des sächsischen Musiklebens

Mit der Verleihung der Johann-Walter-Medaille setzte der Sächsische Musikrat am Sonntag, 21. Juni 2026, ein sichtbares Zeichen für die Bedeutung der aktiven Musikpflege in Sachsen. Die öffentliche Festveranstaltung in der Schlosskapelle Torgau würdigte Persönlichkeiten, die das Musikleben des Freistaates in besonderer Weise geprägt haben.

Der Sächsische Musikrat stiftete die Auszeichnung in der Überzeugung, dass die Zukunft der reichen sächsischen Musikkultur wesentlich von Menschen getragen wird, die sich mit Leidenschaft und Beharrlichkeit der musikalischen Praxis widmen. Im zweijährigen Turnus erinnert die Verleihung der Johann-Walter-Medaille an beispielhaftes Wirken und außergewöhnliches Engagement im Musikleben des Landes.

In diesem Jahr wurden die Sopranistin Isabel Schicketanz, die Kirchenmusikerin Elke Groß sowie der international renommierte Cellist Jan Vogler ausgezeichnet. Letzterer konnte aus gesundheitlichen Gründen leider nicht persönlich vor Ort sein. Die drei Preisträger stehen beispielhaft für die große stilistische und künstlerische Vielfalt der sächsischen Musiklandschaft.

Isabel Schicketanz zählt zu den profiliertesten Interpretinnen der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Die in Dresden ausgebildete Sopranistin arbeitete mit namhaften Dirigenten und Ensembles zusammen und gründete das preisgekrönte Solistenensemble „Elbgut“, das unter anderem mit einem Opus Klassik und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Konzertengagements führten sie unter anderem zum MDR-Musiksommer, in die Elbphilharmonie Hamburg sowie zum Bachfest Leipzig. 

Kantorin Elke Groß hat sich über viele Jahre hinweg um die kirchenmusikalische Arbeit in der Oberlausitz verdient gemacht. Mit der Kantorei und dem Jugendchor Hochkirch prägt sie das kulturelle Leben ihrer Region nachhaltig und setzt wichtige Impulse für die musikalische Nachwuchsarbeit.

Jan Vogler wiederum gehört seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Cellisten der internationalen Musikszene. Der ehemalige Solocellist der Staatskapelle Dresden ist heute Intendant der Dresdner Musikfestspiele und Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals. Als Solist gastiert er weltweit bei führenden Orchestern und ist für seine genreübergreifenden Projekte ebenso bekannt wie für sein Engagement als Kulturvermittler. 

Die Laudationen zur Ehrung hielten Sachsens Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch für Jan Vogler, Landeskirchenmusikdirektor Burkhard Rüger für Elke Groß sowie der Musikwissenschaftler Bernhard Schrammek für Isabel Schicketanz. Die Auszeichnungen wurden durch den Präsidenten des Sächsischen Musikrates, Milko Kersten, überreicht.

Eine besondere Note erhielt die Veranstaltung dadurch, dass die Geehrten ihre Musik gleichsam selbst mitbrachten. Anstelle von Jan Vogler musizierte Cellist Salomon Held, Isabel Schicketanz gestaltete gemeinsam mit Milko Kersten an der Orgel einen musikalischen Beitrag, und die Kantorei sowie der Jugendchor Hochkirch unter der Leitung von Elke Groß bereicherten die Feierstunde klangvoll. Damit wurde die Verleihung nicht nur zu einer Ehrung herausragender Lebensleistungen, sondern zugleich zu einem lebendigen Spiegel der vielfältigen Musiktraditionen Sachsens.