Neue Katastrophenschutzhalle des DRK eröffnet

Zweiter Bauabschnitt für DRK-Campus bereits geplant
Mit einem feierlichen Festakt ist am 28. März 2026 die neue Katastrophenschutzhalle des DRK-Kreisverbandes Torgau-Oschatz ihrer Bestimmung übergeben worden. Zahlreiche hochrangige Vertreter aus Politik und Gesellschaft würdigten das Projekt als wichtigen Schritt zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes in Nordsachsen.
Unter den Gästen befanden sich unter anderem Dr. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt, Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter, Béla Bélafi in seiner Funktion als Präsident der Landesdirektion Sachsen, Peter Kaul, Präsident des Sächsischen DRK, sowie Jens Kabisch, 2. Beigeordneter des nordsächsischen Landrates. Darüber hinaus nahmen zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem gesamten Landkreis Nordsachsen, Vertreter verschiedener anderer Blaulicht-Organisationen und auch der am Bau der Halle beteiligten Unternehmen an der Veranstaltung teil.
Kreisverband setzt ein Zeichen
In ihren Redebeiträgen machten die Verantwortlichen deutlich, dass Katastrophenschutz zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Präsidentin des DRK-Kreisverbandes, Andrea Staude, betonte: „Wir setzen heute ein Zeichen in unserem DRK-Kreisverband – ein Zeichen für Verlässlichkeit und Verantwortung.“ Angesichts globaler Unsicherheiten, zunehmender Extremwetterlagen und einer immer komplexeren Infrastruktur sei Katastrophenschutz längst zu einem zentralen Bestandteil öffentlicher Daseinsvorsorge geworden. Entscheidend sei dabei die Vorbereitung: „Katastrophenschutz entscheidet sich nicht im Einsatz, sondern in der Vorbereitung.“ Sie sehe das Deutsche Rote Kreutz als tragende Säule des Kat-schutzes, auch wenn der Landkreis eigentlich der Träger ist. „Wir haben diese Rolle gerne angenommen und erfüllen sie auch mit dem Stellen der Einsatzkräfte, der Sicherung von Betreuung, der Organisation von Versorgung und wir bilden aus“, führte Andrea Staude noch einmal aus.
Konkrete Einblicke in die Entwicklung des Projekts, das eine Entscheidung in Zukunft und Rahmenbedingungen war, gab die Vorstandschefin des Kreisverbandes, Anne Lissner. Sie machte deutlich, unter welchen Bedingungen die Einsatzkräfte bislang arbeiteten: „64 ehrenamtliche Einsatzkräfte, zehn Fahrzeuge – und gleichzeitig zu wenig Platz, unzureichende Infrastruktur und keine vernünftigen Ausbildungsbedingungen.“ Über Jahre habe man improvisieren müssen, doch klar sei gewesen: „Dauerhaft funktioniert so kein moderner Katastrophenschutz.“
2,25 Millionen-Investition
Die Konsequenz daraus sei ein entschlossenes Handeln gewesen. Bereits im September 2024 begannen die Bauarbeiten, seit Ende 2025 ist die Halle in Betrieb. Mit einer Fläche von 829 Quadratmetern, zehn Stellplätzen sowie moderner Ausstattung wie Waschhalle, Lagerflächen und Umkleiden stellt das Gebäude einen deutlichen Fortschritt dar. Insgesamt wurden 2,25 Millionen Euro investiert, rund 30 Prozent davon durch den Freistaat Sachsen gefördert.
Für das Deutsche Rote Kreuz in der Region sei dies mehr als nur ein Bauprojekt. „Diese Halle ist nicht nur ein Fortschritt. Sie ist ein Unterschied“, betonte Lissner. Klare Abläufe, bessere Ausbildungsbedingungen und eine höhere Einsatzgeschwindigkeit seien das Ergebnis – und zugleich ein wichtiges Signal an die vielen Ehrenamtlichen, deren Engagement das Rückgrat des Katastrophenschutzes bildet.
Auch Andrea Staude hob die zentrale Rolle des Ehrenamts hervor, insbesondere im ländlichen Raum. Die neue Halle stärke nicht nur die internen Strukturen, sondern auch die Sicherheit der gesamten Region. Sie sei Teil eines langfristig angelegten Campus-Projekts des DRK, das nur durch enge Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Ehrenamt möglich sei.
Gleichzeitig richtete Anne Lissner den Blick nach vorn. Der zweite Bauabschnitt sei bereits konkret geplant und genehmigt. Vorgesehen ist ein „Haus des Ehrenamtes“, modernen Ausbildungsflächen, darunter eine San-Arena sowie Räumen für Verwaltung, Organisation sowie Nachwuchsgewinnung und Qualifizierung. Dabei übte sie auch Kritik an bestehenden Förderstrukturen: Die sogenannten „weißen Einheiten“ wie Betreuung, Versorgung und Sanität seien unverzichtbar, würden aber infrastrukturell bislang nicht ausreichend berücksichtigt.
„Das sind keine Zusatzwünsche. Das sind die Strukturen, die Katastrophenschutz dauerhaft tragfähig machen. Und deshalb ist Bauabschnitt II kein Ausbau. Er ist notwendig“, stellte Lissner klar. Die Umsetzung dieses zweiten Bauabschnittes hänge jedoch maßgeblich davon ab, ob sich die Bedeutung des Katastrophenschutzes künftig stärker in politischen Prioritäten widerspiegele.
Trotz dieser offenen Fragen überwog an diesem Tag die Zuversicht. Die neue Katastrophenschutzhalle steht nun als sichtbares Zeichen für vorausschauendes Handeln, gelebte Verantwortung und die gemeinsame Aufgabe, die Region auch in Zukunft krisenfest zu machen.



