Drei Frauen, drei beeindruckende Engagements!

Stadt Torgau und Freistaat Sachsen vergaben am 2. Oktober den Katharina-von-Bora-Preis
In der Torgauer Schlosskirche wurde aktuell der Katharina-von-Bora-Preis 2026 verliehen. Die Stadt Torgau und der Freistaat Sachsen würdigen damit Frauen, die sich mit außergewöhnlichem Einsatz für unsere Gesellschaft und das Miteinander engagieren.
Christina Kewitz
Einer der drei Hauptpreise geht an Christina Kewitz von der Zeitoase der Diehl-Zesewitz-Stiftung. Seit mittlerweile 20 Jahren gibt es das Projekt in Torgau. Sein Ziel ist es, älteren Menschen und Menschen aus fremdsprachigen Kulturen mehr erfüllte Lebenszeit und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten „Zeitstifter“ – Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und ihre Zeit anderen schenken. Dreimal pro Woche finden in der Zeitoase gemeinsame Treffen bei Kaffee und Kuchen statt. Darüber hinaus gehören gemeinsame Ausflüge und weitere Aktivitäten zum Angebot. Auch besondere Momente wie Geburtstage werden gemeinsam gestaltet und gewürdigt.
Christina Kewitz trägt maßgeblich dazu bei, dass aus den regelmäßigen Treffen ein Ort der Begegnung, Gemeinschaft und Wertschätzung geworden ist. Das Projekt zeigt, wie viel gesellschaftliche Wirkung entstehen kann, wenn Menschen bereit sind, ihre Zeit miteinander zu teilen.
Uta Schladitz
Geehrt wurde auch Uta Schladitz, Präsidentin des Sächsischen Landfrauenverbandes, ausgezeichnet. Die ehemalige Amtsleiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung des Landkreises Nordsachsen engagiert sich seit vielen Jahren für Frauen im ländlichen Raum und deren gesellschaftliche Teilhabe.
Im Mittelpunkt ihres Engagements steht unter anderem das Projekt „Frauen.Leben.Gestalten“, das Chancengleichheit für Frauen im ländlichen Raum fördern und deren Stärkung, Vernetzung und Sichtbarkeit voranbringen will.
Schladitz ist seit 2004 Landfrau und Mitglied im LandFrauenOrtsverein Beerendorf. Im Vorstand des Sächsischen Landfrauenverbandes war sie von 2021 bis 2023 als Beisitzerin tätig, seit 2023 ist sie dessen Präsidentin.
Ihr besonderes Anliegen ist es, Frauen im ländlichen Raum zusammenzubringen und sie darin zu bestärken, gemeinschaftlich für sich selbst und für die Menschen in ihren Ortschaften aktiv zu werden. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag dazu, das Miteinander und das dörfliche Zusammenleben zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Dr. Gabriele Hönicke
Der dritte Hauptpreis geht an Dr. Gabriele Hönicke, die seit 2010 die Theaterprojekte am Johann-Walter-Gymnasium Torgau leitet und prägt. In den vergangenen Jahren sind unter ihrer Begleitung zahlreiche Theaterstücke entstanden, die von Schülerinnen und Schülern selbst entwickelt, geschrieben und umgesetzt wurden.
Dabei übernehmen die Jugendlichen weit mehr als nur die Rollen auf der Bühne. Sie schreiben die Stücke, spielen, gestalten Bühnenbilder und Kostüme, kümmern sich um Musik und Technik und tragen gemeinsam Verantwortung für die gesamte Produktion. Unterstützt werden die Projekte unter anderem durch die Kreismusikschule „Heinrich Schütz“, das evangelische Jugendbildungsprojekt Wintergrüne, die Lebenshilfe sowie fachlich durch den Geschichtsverein.
Dr. Hönicke hat die Theaterprojekte initiiert und begleitet sie von der ersten Idee bis zur Aufführung. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern führt sie Regie, organisiert die Proben und sorgt dafür, dass die zahlreichen Fäden eines solchen Projektes zusammenlaufen.
Damit schafft sie nicht nur kulturelle Angebote, sondern eröffnet jungen Menschen die Möglichkeit, Geschichte und gesellschaftliche Themen selbst zu entdecken, kreativ zu bearbeiten und vor Publikum zu präsentieren. Teamarbeit, Eigenverantwortung und Engagement werden dabei ebenso gefördert wie die Freude am Theater.
Alle drei Preisträgerinnen erhielten einen mit 3.000 Euro dotierten Hauptpreis.
Herzlichen Glückwunsch an Christina Kewitz, Dr. Gabriele Hönicke und Uta Schladitz!
Ihr Engagement zeigt auf ganz unterschiedliche Weise, wie viel bewegt werden kann, wenn Menschen Verantwortung übernehmen, Zeit schenken und sich für andere einsetzen.
Der Preis erinnert an Katharina von Bora, die 1523 nach Torgau kam und hier ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben begann. Ihr stehen bis heute Eigenständigkeit, Gestaltungskraft und gesellschaftliche Verantwortung.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.