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Stadt Torgau

Erinnern an die Novemberpogrome: Filmabend und Stolpersteine-Putzen in Torgau

Erinnerungsort Torgau und die Stadt laden am 8. und 9. November zum Gedenken an die Opfer ein

Anlässlich des 88. Jahrestages der Novemberpogrome von 1938 laden der Erinnerungsort Torgau, die Sächsische Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (sLAG) und die Stadt Torgau am 8. und 9. November zu zwei Veranstaltungen des gemeinsamen Erinnerns ein. Auf dem Programm stehen die Vorführung des Dokumentarfilms „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ mit anschließendem Publikumsgespräch sowie das gemeinschaftliche Reinigen der Stolpersteine in Torgau.

Den Auftakt bildet am Sonntag, dem 8. November 2026, um 18 Uhr die Filmvorführung im Kino in der Kulturbastion, Straße der Jugend 14B. Der Regisseur Offer Avnon wird persönlich anwesend sein und sich im Anschluss den Fragen des Publikums stellen. Moderiert wird das Gespräch von Jane Wegewitz von der sLAG. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Der sehr persönliche Dokumentarfilm „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ begibt sich auf eine Reise zu den Spuren der Shoah. Sie führt durch Deutschland und Polen bis nach Israel, das Heimatland des Regisseurs. Dabei geht der Film der Frage nach, wo und auf welche Weise die Shoah bis heute nachwirkt. Er verbindet persönliche Erfahrungen mit der Auseinandersetzung über Erinnerung, Verantwortung und den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit.

Am Montag, dem 9. November 2026, wird das Gedenken mit einer gemeinsamen Stolpersteine-Putzaktion fortgesetzt. Treffpunkt ist um 17 Uhr vor dem Inklusionsbüro FREIRAUM in der Bäckerstraße 15. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen und damit ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Thematisch passende Lieder, Gedichte und Texte sind willkommen. Auch hier ist keine Voranmeldung notwendig.

Die Pogrome vom 9. und 10. November 1938 markierten eine weitere Eskalation der antisemitischen Gewalt und einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur systematischen Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung Europas durch das nationalsozialistische Regime. Jüdische Menschen wurden misshandelt, verhaftet und ermordet, Synagogen zerstört sowie Geschäfte und Wohnungen verwüstet.

Auch Torgauerinnen und Torgauer waren von der nationalsozialistischen Verfolgung betroffen. Elf Stolpersteine erinnern heute im Stadtgebiet an jüdische Menschen, die unter der NS-Diktatur Opfer von Terror und Verfolgung wurden. Der Erinnerungsort Torgau unterstützte die Verlegung der Gedenksteine durch eigene Recherchen zu den Biografien der Verfolgten.

Beide Veranstaltungen bieten Gelegenheit, sich mit den Folgen nationalsozialistischer Gewalt auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Sie machen zugleich deutlich, wie wichtig es ist, Ausgrenzung und Antisemitismus entgegenzutreten und Verantwortung für eine lebendige Erinnerungskultur zu übernehmen.

Die Termine im Überblick:

  • Sonntag, 8. November 2026, 18 Uhr: Film „Der Rhein fließt ins Mittelmeer“ mit anschließendem Publikumsgespräch, Kino in der Bastion, Straße der Jugend 14B, Torgau.
  • Montag, 9. November 2026, 17 Uhr: Gemeinsames Stolpersteine-Putzen, Treffpunkt Inklusionsbüro FREIRAUM, Bäckerstraße 15, Torgau.

Der Eintritt zur Filmvorführung ist frei. Für beide Veranstaltungen ist keine Voranmeldung erforderlich.

https://www.stolpersteine-torgau.de