Torgau klingt - und wie!

Fête de la Musique verwandelt die Innenstadt in eine große Bühne
Kein Zweifel: In Torgau spielt die Musik! Und wie eindrucksvoll die Elbestadt diesen Anspruch mit Leben füllt, zeigte sich am Sonntag einmal mehr bei der zweiten Auflage der Fête de la Musique. Mit Leidenschaft, Kreativität und einem bemerkenswerten Gemeinschaftsgeist luden Vereine der Stadt gemeinsam mit der unterstützenden Stadtverwaltung zu einem Straßenmusikfestival ein, das die Innenstadt für einen Tag in ein pulsierendes Klangmeer verwandelte.
Insgesamt 17 Bands, Solokünstler, Chöre und Duos eroberten acht Spielorte in der historischen Altstadt und bewiesen eindrucksvoll, dass Musik in Torgau nicht nur erklingt, sondern gelebt wird. Die Fête de la Musique entwickelt sich zu einem festen Baustein im reichhaltigen Kulturkalender der Stadt und setzt ein weiteres leuchtendes Ausrufezeichen hinter Torgaus Ruf als Musikstadt.
Und die musikalische Bandbreite konnte größer kaum sein. Besinnliche Töne wechselten sich mit mitreißenden Rhythmen und donnernden Punkklängen ab. Im Garten von „Herr Käthe“ berührte eine junge Torgauer Musikerin ihr Publikum mit gefühlvollen Liedern und wurde mit herzlichem Applaus belohnt. Im idyllischen Apothekergarten begeisterte die Solosängerin Susanna mit einer Stimme, die mühelos zwischen Soul, Jazz und nachdenklichen Balladen schwebte und die Zuhörer in ihren Bann zog.
Nur wenige Schritte entfernt erklangen an der Jugendherberge einfühlsame Klänge von Musiker Maximilien Berngardt ebenso wie die lebendigen Melodien der Folkband „A se ceotoir“. Mit temperamentvollem Irish Folk sorgten die Musiker für beste Stimmung und luden ihre Zuhörer förmlich zum Mitwippen und Mitsingen ein.
Ganz andere Töne schlugen bereits am Nachmittag die Torgauer Punkrocker von Pogoexpress an, die die Fête de la Musique in der Kulturbastion eröffneten - laut, energiegeladen und kompromisslos rasant. Mit ihrer unbändigen Spielfreude und jeder Menge Punk-Attitüde rissen die vier Musiker das Publikum mit – ein grandioser Auftakt für das abwechslungsreiche Programm in der Kulturbastion, dass sich bin in die Abendstunden zog. Neun Künstler und Formationen unterschiedlichster Stilrichtungen standen dort auf der Bühne. Junge Besucher lauschten gebannt den Klängen des ukrainischen Frauenchores „Oberih“ sowie dem kleinen Klavierkonzert des Torgauers Dieter Beckmann. Für manche ältere Gäste war es hingegen die erste Begegnung mit echter Punkmusik – und vielleicht auch die Erkenntnis, dass musikalische Neugier keine Altersgrenzen kennt.
Die Fête de la Musique, die jedes Jahr am 21. Juni - dem längsten Tag des Jahres - weltweit gefeiert wird, verfolgt eine ebenso einfache wie wunderbare Idee: Musik soll für alle da sein, Menschen zusammenbringen und öffentliche Räume mit Leben füllen. Genau das gelang in Torgau auf beeindruckende Weise. Zahlreiche Besucher, darunter auch viele Gäste von außerhalb, nutzten die Gelegenheit, zwischen den Spielorten zu flanieren, Neues zu entdecken und die außergewöhnliche musikalische Vielfalt zu genießen.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Torgau weit mehr ist als eine Stadt mit einer reichen Geschichte. Torgau ist eine Stadt, die klingt, singt, rockt und Menschen begeistert. Die Fête de la Musique hat dies einmal mehr eindrucksvoll bewiesen – und Lust auf viele weitere musikalische Sommer in der Elbestadt gemacht.





