Vorbild für Sachsen: Fahrradpreis geht nach Torgau

ADFC zeichnet die Elbestadt für vorbildliche Fahrradabstellanlagen am Bahnhof aus
Torgau ist für sein besonderes Engagement beim sicheren Fahrradparken mit dem Sächsischen Fahrradpreis 2026 ausgezeichnet worden. Die Ehrung erfolgte im Rahmen der Vorstellung der neuen Bike+Ride-Studie des ADFC Sachsen, die die Fahrradabstellanlagen an allen 511 Bahnhöfen im Freistaat untersucht hat.
Die Studie zeigt deutlichen Handlungsbedarf: Mehr als die Hälfte der Bahnhöfe in Sachsen erhielt keine ausreichende Bewertung, an 173 Stationen fehlen Fahrradabstellanlagen sogar vollständig. Nur 17 Bahnhöfe erreichten die Bestnote 1, darunter vier im Landkreis Nordsachsen.
Besonders positiv bewerteten die Prüfer den Bahnhof Torgau. Dort stehen insgesamt 256 hochwertige und überwiegend diebstahlsichere Fahrradstellplätze zur Verfügung, darunter 64 Plätze in einem abgeschlossenen Fahrradparkhaus. Nach Einschätzung des ADFC können Pendler hier auch hochwertige Fahrräder bedenkenlos über längere Zeit abstellen.
ADFC-Landesvorsitzender Dr. Janek Mücksch bezeichnete Torgau als Musterbeispiel für gelungenes Fahrradparken an Bahnhöfen. Sichere und überdachte Abstellmöglichkeiten seien angesichts steigender Fahrgastzahlen, zunehmender Fahrraddiebstähle und des wachsenden Anteils hochwertiger E-Bikes ein wichtiger Baustein, um mehr Menschen für die Kombination aus Fahrrad und Bahn zu gewinnen.
Seit 2019 ist die Zahl der diebstahlsicheren Fahrradstellplätze in Sachsen zwar von rund 9.200 auf mehr als 11.000 gestiegen, dennoch besteht an vielen Bahnhöfen weiterhin erheblicher Nachholbedarf. Mit dem Sächsischen Fahrradpreis würdigt der ADFC besonders gelungene Beispiele zur Förderung des Radverkehrs im Freistaat.
„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie ist eine schöne Bestätigung für unseren gemeinsamen Einsatz, Torgau Schritt für Schritt fahrradfreundlicher zu gestalten und nachhaltige Mobilität für alle Generationen zu stärken. Darauf können wir stolz sein“, sagte Oberbürgermeister Henrik Simon. Zugleich betonte er, dass die Ehrung Ansporn sei, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen: „Wir wissen, dass es in Torgau noch Optimierungsbedarf gibt. Deshalb arbeiten wir derzeit an mehreren Stellen daran, den Radverkehr in und um unsere Stadt noch sicherer und attraktiver zu gestalten.“ Simon dankte zudem seinen beiden Vorgängerinnen im Amt, die bereits wichtige Weichen gestellt und damit begonnen hätten, die Bedingungen für Radfahrerinnen und Radfahrer in Torgau entscheidend zu verbessern. „Die Auszeichnung ist deshalb auch eine Anerkennung für die kontinuierliche Entwicklung der vergangenen Jahre“, so der Oberbürgermeister.



